Theater

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Samstag, 29. März 2020, 19.00 Uhr

Aula des Christoph-Probst-Gymnasiums Gilching

Klaus Wittmann

 

LESUNG

Carl Orff (1895 – 1982)
Comoedia de Christi Resurrectione
– ein Osterspiel

Am Grabe Christi beklagen Frauen den Toten. Sechs Soldaten halten nächtens bei der Begräbnisstätte Wacht, ausgehorcht vom Teufel, der auf der Grabplatte lauert. Die Männer schwatzen übers Wetter, schwadronieren über Gott und die Welt und schieben nicht zuletzt Gedanken über den Verstorbenen: Die hiesige Ordnung hat er ganz schön durcheinandergewirbelt! Ging da nicht sogar die Rede, er würde nach drei Tagen von den Toten auferstehen? Und überhaupt: Wer ist eigentlich dieser spendable Geschwänzte, der auf dem Grab hockt und anscheinend schläft? Ein Trauernder? Und warum werden sie auf einmal so müde? Kaum, dass die Wachposten eingenickt sind, versiegelt der Teufel mithilfe eines Zaubersteins das Grab: Christus darf unter keinen Umständen durch seine Auferstehung den Tod besiegen! Rasch zieht sich der Gottseibeiuns zurück, als die sechsköpfige Wachablösung antritt. Sie beäugt den Bocksbeinigen ebenfalls recht misstrauisch, kuscht aber, als er auch ihr Geld zuschanzt. Das Gespräch der zwölf Soldaten kommt natürlich sofort auf den Toten. Ein Wundertäter sei er gewesen! Wohl eher ein Aufrührer! Egal - die alte Wache zieht ab, nicht ohne die neue augenzwinkernd anzuweisen, den Toten ja nicht entwischen zu lassen.
Die neue Wache landet rasch bei ihrer Lieblingsbeschäftigung: dem Kartenspiel. Und da freilich juckts den Sparifankerl in den Fingern! Flugs mischt er mit, verlässt dafür sogar die heikle Grabplatte; aber die sechse hauen ihn übers Ohr. Soweit nehmen sie ihn aus, dass er zuletzt sogar um seinen blinkenden Zauberstein spielen muss. Den lässt er sich aber nicht abluchsen: Diese Spielrunde gewinnt er, und in einem begeisterten Aufschrei plärrt er sein „Gewunnen!!“
Aber Pech gehabt! Vor lauter Spielfieber hat er seine Grabwacht so außer Acht gelassen, dass ihn die von Engeln bejubelte Auferstehung Christi überrumpelt. Dermaßen wütend ist der Teufel darüber, dass er sich sogar den Schwanz abhackt.

 

"Es ist eine große Kunst, nur mit dem Klang der eigenen Stimme, die Facetten heraus zu arbeiten"
"Wittmann beherrscht die Kunst, nur mit seiner Stimme ganze Szenarien zu schaffen"

Süddeutsche Zeitung

 

Der Tölzer Sprecher lernte 2003 bei einer gemeinsamen Theater-Produktion den Rundfunksprecher und Regisseur Wolf Euba kennen. Auf seine Empfehlung nahm Wittmann Sprechunterricht bei Axel Wostry (BR).
Wittmann liest überwiegend Texte bayerischer Autoren und trägt mit freundlicher Genehmigung des Rechtsinhabers Schott-Verlag seit 2018 alle vier bairisch-sprachigen Werke Carl Orffs als Lesungen vor.

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