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Demnächst

Graham Waterhouse

 

David Frühwirth (li.), Johannes Zahlten (re.)

 

Sa, 20. Jan. 2018, 19.30 Uhr

Aula des Christoph-Probst-Gymnasiums Gilching

Zwölf Saiten auf Reisen
Streichtrios von Mozart bis Waterhouse

Die erste Programmhälfte beginnt mit zwei klassischen Werken, die zweite mit zwei osteuropäischen Streichtrios des 20. Jahrhunderts. Sie werden kontrastiert mit zwei Werken von Graham Waterhouse, darunter einer Uraufführung.

 

Wolfgang Amadeus Mozart / Johann Sebastian Bach

Praeludium und Fuge d-moll, KV 404a (1782)


Ludwig van Beethoven

Serenade D-Dur, op. 8 (1795-97)


Graham Waterhouse

Totentanz (2018) (UA)

 

Franz Schubert

Streichtriosatz B-Dur, D 471

 

Zoltán Kodály

Intermezzo (1905)

 

Graham Waterhouse

Zeichenstaub (2010)

 

Den Konzertbesucher erwartet ein hochinteressantes Programm, u.a. eine Uraufführung mit den herausragenden Musikern David Frühwirth (Violine), Johannes Zahlten (Viola) und dem Komponisten und Cellisten Graham Waterhouse.

Ludwig van Beethovens jugendliche Streichtrios op. 9 stammen noch aus seiner Bonner Zeit. Das Trio in c-moll ist ein Werk voller Sturm und Drang, aber auch Witz und Zärtlichkeit.
 
Als Zoltan Kodály, der Vater der ungarischen Moderne, noch ein 23-jähriger Student war und an der Budapester Musikakademie seine Dissertation über das ungarische Volkslied schrieb, komponierte er ein Intermezzo für Streichtrio, das zu seinen reizvollsten Frühwerken zählt. Es ist ein Scherzo von einer Leichtigkeit und Frische, die direkt aus den Quellen des ungarischen Volkslieds gespeist war und nicht auf Klischees von "Zigeunermusik" zurückgriff. Vorbild war die Serenade für Streichtrio von Kodálys Landsmann Dohnányi.
"Aus drei miteinander verbundenen Episoden zusammengesetzt, zeigt das kurze Stück einen zugleich eleganten und leichten Stil (man denkt an einen Zigeuner-Mendelssohn), ohne jeden Bombast und ohne den leisesten Anflug eines Verbunkos (Csárdas)." (Pièrre-Emile Barbier)

 

Hans Krása war bis 1939 einer der angesehensten Komponisten in Prag, danach verfolgter Musiker im "Protektorat Böhmen und Mähren", schließlich ab November 1941 Häftling Nummer 21855 im Lager Theresienstadt. Gemeinsam mit Gideon Klein und anderen hatte er ab 1939 Künstlertreffen in jüdischen Wohnungen organisiert und für das jüdische Waisenhaus in Prag seine Kinderoper Brundibár geschrieben, die uraufgeführt wurde, als er bereits interniert war. In Theresienstadt war er Leiter der Musiksektion in der "Freizeitgestaltung" der Häftlinge – ein Teil der von den Deutschen gewährten "Selbstverwaltung". Für die Konzerte in diesem Rahmen schrieb Krása im Sommer 1944 seine Passacaglia und den Tanz für Streichtrio. Zwei Monate später wurde der Komponist nach Auschwitz deportiert und ermordet.
 
Zeichenstaub wurde von Graham Waterhouse ursprünglich für junge Spieler der Kölner Familie Hepp komponiert. Die Initialen der Sätze HEPP ergeben ihren Namen. Das Stück entwickelte sich zu einem viersätzigen Konzertstück. Jeder Satz beleuchtet mono-thematisch einen "Gestus" in einer ihm eigenen Klangwelt. Der 1. Satz basiert auf einem knappen Motiv in aufsteigenden Quinten, gesetzt gegen synkopierte leere Quinten in der Violine. Der 2. Satz ist eine Flageolett-Studie im pianissimo-Bereich, der 3. Satz eine Pizzicato-Studie in Techniken wie "string-slapping", glissandi, Doppel- und Tripel-Griffe, in der die Maltechnik Pointillismus durch die Zusammenstellung heller unzusammenhängender Akkorde auf die Musik übertragen wird. Im letzten Satz, ein moto perpetuo, wird das musikalische Material in ständiger Verwandlung in rhythmischem Vorwärtsdrang zu einem energischen Abschluss geführt.

Der in Salzburg geborene Violinist David Frühwirth, welcher sich bereits in der internationalen Musikszene einen Namen gemacht hat, spielt regelmäßig Konzerte in bekannten Konzertsälen wie: Musikverein Wien, Wigmore Hall London, Carnegie Hall und Lincoln Center in NY, Herkulessaal München, Mariinsky Concert Hall St. Petersburg. Außerdem gab er Auftritte bei den Salzburger Festspielen, Cheltenham Festival, Davos Festival, und Schleswig-Holstein Musikfestival. Die Orchester, mit denen er bereits zusammenarbeitete sind, u.a. Mariinsky Orchester, Mozarteum Orchester Salzburg, Dortmunder Philharmoniker, RSO Berlin, CNSO China und Wiener Kammerorchester.
Er vermag es, durch seine beeindruckende Stilsicherheit, musikalische Flexibilität und Intelligenz, seinen Interpretationen eine stets bestechende Authentizität zu verleihen.
Er ist mehrfacher Preisträger bei internationalen Wettbewerben und auch Kammermusik ist ein wichtiger Bestandteil seines musikalischen Weges. Und so durchforstete David Frühwirth die Musikliteratur mit großer Begeisterung und hat somit in den letzten Jahren viele Musikstücke aus der Taufe gehoben und viele Werke uraufgeführt. Er spielt regelmäßig in verschiedenen Formationen, u. a. ist er erster Violinist beim „Klenze Streichquartett“ und Mitglied beim „Index Ensemble“ München. Zahlreiche erfolgreiche CD-Veröffentlichungen in den letzten zehn Jahren bezeugen sein künstlerisches Schaffen und erhielten einige Auszeichnungen.
Neben seiner solistischen Karriere und kammermusikalischen Tätigkeit liegen David Frühwirth die Arbeit mit dem Nachwuchs und die Förderung von jungen Talenten besonders am Herzen, und gibt seit vielen Jahren regelmäßig zahlreiche Meisterkurse in Österreich, Deutschland, Italien, England und Asien.

 

Johannes Zahlten wurde in Kenzingen am Kaiserstuhl geboren und wuchs in Lenzkirch/ Schwarzwald auf. Er studierte Violine in Weimar und Viola in München. Schon während des Studiums der Viola durfte er mit den Komponisten Peter Jona Korn, Harald Genzmer und Martin Eberlein zusammenarbeiten und deren Uraufführungen spielen. Als freischaffender Musiker machte er sich fortan einen Namen und spielte als Studiomusiker die Werke von Größen wie Elmer Bernstein, Paul Mc Cartney und Djivan Gasparyan unter anderem auch solistisch ein.
Er war langjähriges Mitglied des „Leopolder Streichquartetts“. Nach Auflösung des Quartetts gründete er das „Klenze Streichquartett“ und das „Klenze Duo“ mit David Frühwirth. Kammermusikalisch tritt er unter anderem regelmäßig mit Senta Berger, zuletzt im Gewandhaus in Leipzig, auf. Seit 1994 ist Johannes Zahlten unter dem Dirigat von Zubin Mehta, Kent Nagano und Kirill Petrenko Bratscher im Bayerischen Staatsorchester. Entspannung findet er im Kreise seiner Großfamilie mit fünf Kindern und widmet sich in seiner freien Zeit mit Leidenschaft der Schreinerei.


Graham Waterhouse, Komponist und Cellist, stammt aus einer Londoner Musikerfamilie und lebt seit 1992 in München. Seine Ausbildung erhielt er an der Cambridge University, an der Folkwang Hochschule in Essen und der Hochschule für Musik Köln. Besondere musikalische Anregungen empfing er von Sergiu Celibidache und Siegfried Palm, dem er seine „Three Pieces for Solo Cello“ op. 28 widmete.
Als Cellist musizierte er mit Klangkörpern wie dem Ensemble Modern, der MusikFabrik NRW, dem Philharmonia Orchestra London, dem Schleswig-Holstein Festivalorchester unter Sergiu Celibidache sowie dem Ensemble Modern Orchester unter Pierre Boulez.
Als Komponist wie auch als Cellist fühlt er sich am meisten zur Kammermusik hingezogen, weshalb er mehrere Ensembles und eine Konzertreihe im Münchner Gasteig initiierte.
Kompositionsaufträge erhielt er u.a. für die Münchener Biennale, die International Double Reed Society, das Orchestre de Chambre de Lausanne, das Schleswig-Holstein Musik Festival, die Park Lane Group, London und die Kaske Stiftung, Berg.
Er war Solist in seinem Cellokonzert op. 27 in Mexico City, Nizhnij Novgorod, Weimar, Baden-Baden und Cambridge.
Unter den CD-Veröffentlichungen sind zwei Portraitalben mit Kammermusik (2001, Cybele) sowie Werken für Streichorchester und Bläserensemble (2004, Meridian). Er lebt mit seiner Familie in Oberpfaffenhofen.

 

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