Konzerte

Den vollständigen Veranstaltungskalender finden Sie unter

 

 

Samstag, 19. September 2020, 19.30 Uhr

Aula des Christoph-Probst-Gymnasiums Gilching

Florian Prey, Wolfgang Leibnitz (v.l.n.r)

© Isabel Schoenen

Liederabend

Liebe schwärmt auf allen Wegen (1)

Franz Schubert
"Die Winterreise" – ein Liederzyklus


Florian Prey (Bariton), Wolfgang Leibnitz (Klavier)

Wie Franz Schuberts Liedschaffen alles weit überragte, was jemals vor ihm an musikalischer Lyrik hervorgebracht worden war, so wurde es in sich selbst übergipfelt von den beiden großen Zyklen, zu welchen ihn die Gedichte Wilhelm Müllers begeisterten. Diesem Manne verdanken wir die Entstehung der 20 Lieder der Schönen Müllerin und die 24 der Winterreise. Es ist leicht festzustellen, dass Schuberts Musik die Gedichte dieser beiden Folgen hoch über ihrem eigentlichen Wert emporgehoben hatte, doch sollte man nicht verkennen, wie sehr sie sich mit ihrer schlichten Gefühlssprache dem volkstümlichen Tonfall an durchaus verwandte Saiten in der Natur des Komponisten wandten.
Insbesondere die Empfindungswelt der Winterreise traf bei Schubert, als ihm diese Sammlung in die Hände fiel, auf eine förmlich dafür vorbereitete seelische Situation. Vielleicht lässt sich die Atmosphäre der Winterreise nicht kürzer und nicht treffender in Worte fassen, als mit dem bangen Ausspruch: „Was wird aus mir, armen Musikanten?“
Die Winterreise ist eines der eindrucksvollsten Beispiele für Schuberts Kunst, im Lyrischen das verborgene, dramatische Leben zu entdecken und zu erwecken. Er hat die Empfindung, welche die Gedichte aussprechen, tief nachgefühlt und diese Gefühle so in Tönen wiedergegeben, dass kein Herz sie ohne innere Rührung singen und hören kann.

Walter Abendroth

 

 

Sonntag, 20. September 2020, 19.30 Uhr

Aula des Christoph-Probst-Gymnasiums Gilching

Jovita Dermota

© Hilde Lobinger
 

Wolfgang Leibnitz

 

Liederabend und Lesung

Liebe schwärmt auf allen Wegen (2)

"Engel meines Herzens"

Ludwig van Beethoven und die unsterbliche, ferne,
unbekannte Geliebte Josephine von Brunsvik

 

Jovita Dermota (Lesung), Wolfgang Leibnitz (Klavier)

Die Beziehung zwischen Ludwig van Beethoven und Josephine von Brunsvik ist rätselhaft und beschäftigt die Phantasie seit 200 Jahren.
Die vielfältigen Verbindungen Beethovens zu Frauen und sein immer wieder geäußerter Wunsch nach Bindung, werden von ihm zugleich lebenslang  konsequent unterwandert. Die über Jahre andauernde, mehr oder weniger verborgen gehaltene Liebe zu Josephine von Brunsvik jedoch verlässt Beethoven, als ständig pochender Gefühlsstrom, nie. Dieses Spiel mit dem Feuer stellt sich als eine Projektionsfläche für unerfüllbare Sehnsüchte dar.
Die Begegnungen der beiden verlaufen unter den Augen der Gesellschaft zuerst regelkonform, später heimlich, dramatisch, verzweifelt und zunehmend voll von Chiffren. Die tragische Fallhöhe von Josephines Leben begleitet Beethoven aus zunehmender Entfernung wohl bis zum Schluss. Nach ihrem Tod gab es von Seiten der Familie Brunsvik zwar penible Versuche, sämtliche Briefe und Tagebücher, die in vermutetem Zusammenhang mit der Beziehung zu Beethoven standen, zu vernichten, trotzdem erschienen immer wieder und immer genauere Arbeiten zu diesem Thema. Den letzten Schleier der Vermutungen vermögen sie jedoch nicht zu zerreißen …
Das Konzert mit Lesung versucht einen Blick in eine weithin verborgene Seelenlandschaft zweier Charaktere mit widersprüchlichen Strukturen zu werfen.
Die Texte mit originalen Zitaten und Briefstellen entstanden, so wie die Werke im Klavierschaffen Beethovens, in unmittelbarem Zusammenhang mit den biografischen Episoden der geheimnisvollen Liebesgeschichte.

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