Jugendforum

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ab 12 Jahre

Samstag, 23. Juni 2018

Aula des Christoph-Probst-Gymnasiums Gilching

14.00 Uhr

Peter und der Wolf


nach dem berühmten musikalischen Märchen von Sergej Prokofjew.

19.30 Uhr

Doktor Faust


Das älteste deutsche Faustspiel in vier Akten nach Texten des 17. Jahrhunderts in der Inszenierung von Otto Bille

Das lastervolle Leben und erschröckliche Ende des weltberühmten, jedermänniglich bekannten Erzzauberers


Doctoris Johannis Faust

 

Seit 1530 die erste bekannte Handschrift über den "Meister Faust" in französischer Sprache in Metz erschien und 1587 das Volksbuch "Historia von Dr. Johann Fausten …" – von Frankfurt aus – mit vielen nachfolgenden Ausgaben, seine Popularität erlangte, sind unzählige Versuche unternommen worden, diesen volksnahen Stoff dramatisch zu gestalten. Für die Schauspielbühne steht wohl an erster Stelle das Werk "Goethes" vor den dichterischen Versuchen von z.B. Marlowe - 1588 | Lessing - 1755 | Chamisso - 1803 | Grabbe - 1828 | Lenau - 1836 und Heine - 1847.
Unser Puppenspiel vom "Doktor Faust" hat dieselben Urquellen, aber einen anderen historischen Werdegang.
Ausgehend von der deutschsprachigen Fassung des Marlowe'schen Faustspiels, wurde noch im 17. Jahrhundert eine Puppenkomödie niedergeschrieben, in die erstmals die lustige Person Pickelhäring eingeführt war, die aber mit dem Faustdrama noch in keinem inneren Zusammenhang steht. Ein Puppenspiel aber, ohne wesentliche Mitwirkung des Hans Wurst, der mit seiner behaglichen, hausbackenen
Weisheit und seinem naiven Mutterwitz ein parodistisches Gegenstück des faustischen Strebens ist, hätte im Volksbewusstsein sicher kein Echo gefunden. So ist die enge Verschmelzung tragischer und komischer Elemente im Faustpuppenspiel bald in allen landsmannschaftlich geprägten Aufführungen vollzogen worden.
Bekannt geworden sind vor allem fränkische, sächsische, auch schwäbische und rheinländische Fassungen, die im gesamten deutschsprachigen Raum von fahrenden Puppenspielern aufgeführt wurden. Die Texte jedoch sind nur in den Familien der Spieler gehütet und von Generation zu Generation mündlich überliefert worden.
Sieben Generationen vor mir sind nun bis zum Jahre 1794 urkundlich nachgewiesen, und es steht fest, dass unser Faustspiel – freilich geläutert von unzeitgemäßen Anspielungen und besonders von Frivolitäten – aus der sogenannten "Rheinischen Fassung" schöpft, die unter anderem auch der Bonner Germanist und Schriftsteller Prof. Karl Simrock 1832 in seinem Puppenspiel "Dr. Joh. Faust" verwandte.

Otto Bille

 

Genießen Sie das lastervolle Leben des Erzzauberers Doktor Faust mit dem Marionettentheater Bille.

Die Puppenspieltradition des "Marionettentheaters Bille" geht nachweisbar bis in das Gründungsjahr 1794 zurück.
Otto Bille übernahm die Bühne von seinen Eltern, der siebten Generation der Puppenspielerdynastie. Ottos Enkel Florian Bille, seit 2009 Leiter, war von frühestem Kindesalter an im Theater in die Bille'sche Familientradition hineingewachsen. Florian Bille spielt nun bereits in zehnter Generation mit seiner Frau Wlada. Die interessante Familien- und Bühnengeschichte ist unter www.marionettentheater-ush.de zu lesen.
Da das Münchner Theater im Bereiteranger 15 einer Luxussanierung weichen musste, suchte und fand Florian Bille, der in Unterschleißheim zur Schule ging, in Unterschleißheim Räumlichkeiten im Sehbehindertenzentrum und im Rathaus, in denen die traditionellen Stücke wie Froschkönig, Aschenputtel usw. sowie der Doktor Faust, Die Entführung aus dem Serail, Das kalte Herz und die Heilige Nacht für Erwachsene gezeigt werden.
Die liebevoll detailgearbeiteten Figuren und die außergewöhnlich schönen Bühnenbilder erzeugen eine ganz eigene Realität, so dass der Zuschauer vergisst, dass hier "nur" Marionetten agieren.

 

Wlada & Florian Bille (Puppenspiel),

Arno Visino (Figurenbau | Köpfe),

Otto Bille (Figurenbau),
Annelore Bille (Kostüme),
Otto Bille (Inszenierung | 1976),

Annelore & Otto Bille (Sprecher)

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